{"id":50,"date":"2008-09-02T23:24:00","date_gmt":"2008-09-02T21:24:00","guid":{"rendered":"http:\/\/85.214.115.54\/wordpress\/?p=50"},"modified":"2009-05-13T22:03:21","modified_gmt":"2009-05-13T20:03:21","slug":"interview-mit-mir-selbst-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tontraegerberlin.de\/wordpress\/?p=50","title":{"rendered":"Interview mit mir selbst (Teil II)"},"content":{"rendered":"<p>Jaja. Ein dreiviertel Jahr Pause <a style=\"font-weight: bold;\" href=\"http:\/\/bandfunk.blogspot.com\/2007\/11\/interview-mit-mir-selbst-teil-i.html\">(Hier gehts zu Teil I)<\/a><span style=\"font-weight: bold;\">.<\/span> Aber die Nachfrage nach Interviews mit Tontr\u00e4ger-Gitarristen war etwas unbest\u00e4ndig und ich hatte nicht vor, mit einem \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Angebot die Preise zu dr\u00fccken. Und doch denke ich tats\u00e4chlich, dass der Zeitpunkt g\u00fcnstig gew\u00e4hlt ist, zumal es seit dem Pasewalk-Bericht schon nichts mehr Neues gab. &#8222;M\u00f6nsch! Wieder nur Textw\u00fcsten, wir sind doch im Multimedia-Zeitalter!&#8220; Klappe halten. Wer eine audio-visuelle Grenzerfahrung erleben will, soll sich die <a style=\"font-weight: bold;\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mcU8zYoLdg0\">Emergenza-Konzert-Berichte von Jonathan<\/a> anschauen.<\/p>\n<p>Jetzt aber zum Interview. Lennart (ich) wird wieder mal die Diva L\u00e4n (Mich) mit Fragen l\u00f6chern, die sich immer noch niemand zu stellen aufgerafft hat. Au\u00dfer ihm (mir) halt.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Hallo, Herr L\u00e4n. Ich hoffe, Ich bin in der richtigen Verfassung, f\u00fcr so ein Schmankerl?<br \/><\/span>L\u00e4n: Ja naja. Muss ja.<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Ich warne Mich! Wenn Ich Mich nicht zusammrei\u00dfe, kann es GANZ schnell passieren, dass&#8230; aber gut. Ich bin doch jetzt mit dem Abitur fertig, was gedenke Ich denn so mit meinem Leben anzu&#8230;<span style=\"font-weight: bold;\"><br \/><\/span><\/span>L\u00e4n: Nee! Nicht schon wieder! Wo Ich doch wei\u00df, wie l\u00e4stig mir das ist! Blabla, ein Jahr Pause f\u00fcr die B\u00e4nd, den ganzen Tag Musik machen, \u00fcben, schreiben, h\u00f6ren, Konzepte entwickeln, den ganzen Mist halt. \u00c4rgerlich wirklich! Dass Ich auch ausgerechnet&#8230;<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Nun mal halblang, ja? Nur weil Ich mit mir selbst spreche, hei\u00dft das nicht, dass Ich so einfach drauflosreden darf, wie Mir der Schnabel gewachsen ist! &#8222;Erfurcht befiehlt die Tugend auch im Bettlerkleid!&#8220;, um mal unpassen Schiller zu zitieren, der&#8230;<br \/><\/span>L\u00e4n: Ist ja gut! Ich erz\u00e4hl ja alles! Nein, ich studiere wirklich erstmal nicht. Ich mache auch keine Lehre, ich gehe auch nicht zum Bund (der wo ja die ganze B\u00e4nd schon f\u00fcr unbrauchbar eingestuft hat) und auch nicht ins Ausland oder in einen Kindergarten oder ein Call-Center. Ich bin nicht ganz begriffssicher an dieser Stelle, aber ein Au\u00dfenstehender k\u00f6nnte mich wohl als Boh\u00e8me bezeichnen, was ich eigentlich schon auf Grund des Wortklanges sehr schmeichelhaft f\u00e4nde<span style=\"font-weight: bold;\">. <\/span>Ob das zutrifft kann ich nicht genau sagen, mir scheint fast, dass ich daf\u00fcr meinen Tag ein bisschen zuviel durchgeplant und strukturiert habe, was eher weniger nach Avantgarde klingt, w\u00fcrde ich sagen. Naja, ein bisschen vielleicht. Aber Struktur und Plan habe ich auch bitter n\u00f6tig, um nicht im v\u00f6lligen Chaos zu versinken, das zur Folge h\u00e4tte, dass ich genau nichts mehr zu Stande bringen w\u00fcrde. Mein Geld verdiene ich \u00fcbrigens derzeit mit einem &#8211; wie ich euch versichern kann &#8211; \u00e4u\u00dferst schmutzigen Gesch\u00e4ft, das mich in dubioseste Kreise f\u00fchrt und hart an der Grenze zur Illegalit\u00e4t entlangschrappt. Aber es ist ja nur \u00dcbergangsweise. Sobald von den Plattenfirmen die Millionen flie\u00dfen&#8230;<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Schockierend! Und so geistreich! Aber um mal nachzuhaken: Wie kann man sich das vorstellen? Auf Meinem Kalender steht dann 10:00 bis 12:00 Gitarre \u00fcben, 12:00-13:35 einen Song schreiben&#8230;<br \/><\/span><span>L\u00e4n: Nunj\u00f6. Gerade da liegt der Knackpunkt, der meine Tageseinteilung immer etwas durcheinander bringen kann.<\/span> F\u00fcrs Schreiben muss ich dann im Zweifelsfall auch mal die Pl\u00e4ne v\u00f6llig umschmei\u00dfen. Aber eine gewisse Zeit pro Tag r\u00e4ume ich schon daf\u00fcr ein, weil ich sonst soviel anderes mache (wie zum Beispiel immer diese elenden Interviews geben), dass ich nicht mehr dazu komme.<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Finde Ich es eigentlich nicht ein wenig l\u00e4cherlich oder armseelig, mangelndes Interesse der Medien an der B\u00e4nd mit solchen Aktionen kompensieren zu wollen?<br \/><\/span>L\u00e4n<span style=\"font-weight: bold;\"><\/span>: Komisch, ich habe gerade genau das gleiche gedacht!<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Ich mache aber trotzdem weiter, oder?<br \/><\/span>L\u00e4n: Nat\u00fcrlich! Das w\u00e4re ja gelacht!<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Eben. Und wo wir gerade dabei waren: Wie lange dauert es denn so ungef\u00e4hr, bis ein St\u00fcck fertig geschrieben ist? Wohl kaum von 12:00 bis 13:35 Uhr?<br \/><\/span>L\u00e4n: H\u00e4ufig mehrere Stunden (reine Arbeitszeit). Wobei die Zeilen-pro-Zeit-Ausbeute manchmal schon regelrecht unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wirkt, je nach Grad der Inspiration. Aber weil ich eben sehr genau arbeite und die eigenen Anspr\u00fcche auch nicht unbedingt geringer werden, kann es vorkommen, dass ich eine Stunde f\u00fcr eine Strophe brauche, nur um sie am n\u00e4chsten Tag wieder wegzuschmei\u00dfen. Naja, das war vielleicht etwas \u00fcbertrieben, aber schlimm genug, dass alles irgendwo sinnvoll oder wenigstens stimmig sein muss, es soll sich auch noch reimen! T\u00fcckisch, sage ich, t\u00fcckischst! So eine Arbeit kann sich auch mal \u00fcber mehrere Tage oder Wochen erstrecken, nat\u00fcrlich mit Pausen. Dann verstaubt die Idee in meinen Zettelbergen, bis ich mich ihr mit meinem Dust Brush oder dem DirtDevil 3000 noch mal annehme. Das war jetzt eine k\u00fchne Metapher, anzusiedeln irgendwo zwischen &#8222;\u00e4u\u00dferst gewagt&#8220; und &#8222;\u00e4u\u00dferst bl\u00f6d&#8220;, hab ich recht?<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Potzdonner, eben schoss mir selbiges durch den Kopf! Sollen wir das Thema &#8222;Songwriting&#8220; denn noch mehr ausschlachten?<br \/><\/span>L\u00e4n: Also ich finde das sehr gut!<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Das habe ich mir gedacht, dass Mir das liegt! St\u00e4ndig dar\u00fcber quatschen und quatschen, vom H\u00f6lzchen aufs St\u00f6ckchen kommen, alles immer weiter theoretisieren, himmelherrgottnochmal, statt es einfach zu tun! Gerade in diesem Moment, wo Ich mich dazu n\u00f6tige, Medienpr\u00e4senz zu simulieren, k\u00f6nnte schon ein sch\u00f6nes Lied mit dem Titel &#8222;Du hast Hackfleisch aus meinem Herz gemacht&#8220; entstehen!<br \/><\/span>L\u00e4n: Aber&#8230;<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Keine Widerrede! So, jetzt noch eine Frage und dann ist Schluss. Zur B\u00e4nd, damit Ich mal von Meinem Ego-Trip runterkomme&#8230; Herr L\u00e4n! Wie oft treffen Wir uns denn so? Und was geschieht da zur Zeit am meisten?<br \/><\/span>L\u00e4n: Oh, Treffen ist fast jeden Tag. Im Groben ist die Einteilung Vormittags jeder f\u00fcr sich und Nachmittags alle zusammen. Und was dort geschieht&#8230; neue Songs werden einstudiert. Aufnahmen angefertigt, die es jawohl hoffentlich mal bald zu h\u00f6ren gibt. Gegenseitiges \u00fcberpr\u00fcfen auf die sogenannte &#8222;Tightness&#8220;, also wie pr\u00e4zise wir spielen. Aushecken von genialen Pl\u00e4nen zur Erfreuung der F\u00e4nscharen. Vorbereitung auf Auftritte&#8230;<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Danke das gen\u00fcgt. Jetzt spreche ich noch das Schlusswort, damit Ich nicht noch mal irgendwas Doofes oder Langweiliges sagen kann: H\u00fchnerfrikassee. Vielen Dank.<span style=\"font-weight: bold;\"><\/p>\n<p><\/span><\/span>Seltsam. Habt ihr auch diese Mal das Gef\u00fchl gehabt, dass sich die beiden Partner nicht ganz so gut vertragen haben? Und das sich der Interviewer ein St\u00fcck zu wichtig genommen hat, der Interviewte aber auch? Andererseits: W\u00fcrden sich beide auch nur ein St\u00fcck weniger wichtig nehmen, w\u00e4re es m\u00f6glicherweise gar nicht zum Interview gekommen! Naja, es ist noch kein Psychologiestudent vom Himmel gefallen und schon gar nicht in der N\u00e4he, das man ihn mal dazu befragen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Gehabt euch wohl, \u00f6lt eure Stereoanlage und meldet euch auf der Stelle beim <a href=\"http:\/\/bandfunk.blogspot.com\/2000\/01\/newsletter.html\"><span style=\"font-weight: bold;\">Newsletter<\/span> <\/a>an,<br \/>L\u00e4n<\/p>\n<p><span style=\"color: rgb(255, 0, 0);\">Aktueller Song Tip: <a style=\"font-weight: bold;\" href=\"http:\/\/profile.myspace.com\/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&amp;friendid=161911493\">Phrasenm\u00e4her &#8211; Vater<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jaja. Ein dreiviertel Jahr Pause (Hier gehts zu Teil I). Aber die Nachfrage nach Interviews mit Tontr\u00e4ger-Gitarristen war etwas unbest\u00e4ndig und ich hatte nicht vor, mit einem \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Angebot die Preise zu dr\u00fccken. 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