{"id":19,"date":"2007-11-16T21:50:00","date_gmt":"2007-11-16T19:50:00","guid":{"rendered":"http:\/\/85.214.115.54\/wordpress\/?p=19"},"modified":"2009-05-13T21:56:38","modified_gmt":"2009-05-13T19:56:38","slug":"interview-mit-mir-selbst-teil-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tontraegerberlin.de\/wordpress\/?p=19","title":{"rendered":"Interview mit mir selbst (Teil I)"},"content":{"rendered":"<p>Oh je, was hab ich mir da wieder aufgehalst. Ich meine, die Idee ist, wie ich finde, grandios, aber das kostet ja Zeit! Und ich Idiot schreibe auch noch ein optimistisches (Teil I) dahinter. Aber was solls? Damit sch\u00fcrt man wenigstens eine gewisse Erwartungshaltung, was auch nicht \u00fcbel ist, wie ich j\u00fcngst in einem Vermarktungsratgeber las.<\/p>\n<p>Genug der Vorrede jetzt, fangen wir mit dem Interview an! Lennart (ich) wird dem guten L\u00e4n (mir) ein paar gepfefferte Fragen stellen, die hoffentlich noch jemanden au\u00dfer uns beiden interessieren.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">L<span style=\"font-size:100%;\">ennart<\/span>: Guten Tag Herr L\u00e4n. Es ist mir eine Ehre, Mich heute hier befragen zu d\u00fcrfen und ich hoffe f\u00fcr Mich, dass ich selbiges auch noch nach dem Interview behaupten kann. Heute soll es vor allem ums Songwriting gehen, ist das okay?<br \/><\/span><span>L\u00e4n: <span style=\"font-size:100%;\">Na <\/span>allerdings ist das okay! Ich halte das f\u00fcr ein vortreffliches Thema!<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Na wunderbar. Ich gedenke da n\u00e4mlich etwas in Meiner Vergangenheit zu w\u00fchlen&#8230;<\/span><br \/>L\u00e4n: Dann mal los.<span style=\"font-weight: bold;\"><br \/><\/span><\/span><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Dann mal los! Ich schreibe ja bekanntlich viele der Texte und Lieder bei Tontr\u00e4ger &#8211; was hat Mich damals zur Annahme gebracht, dass ausgerechnet Ich diese <span style=\"font-style: italic;\">au\u00dfergew\u00f6hnliche <\/span>Begabung besitze (und nicht etwa Mein Nachbar)? Was war Mein Einstieg in die Welt des Songschreibens?<br \/><\/span>L\u00e4n: Ich habe es ausprobiert. Mein erster Song entstand folgenderma\u00dfen: Ich setzte mich auf mein \u00fcbrigens blaues Sofa, besann mich aller Akkorde, die ich zu jenem Zeitpunkt auf der Gitarre beherrschte und nahm mir vor, haarestr\u00e4ubende Ekelhaftigkeiten und blutr\u00fcnstige Schweinereien mit einer lustigen, simplen Melodie und einer einfachen Begleitung zu verbinden. Das &#8222;simple&#8220;, &#8222;einfache&#8220; entstand dabei nat\u00fcrlich nicht aus dramaturgischem Kalk\u00fcl sondern aus mangelnder Spieltechnik. Da Akkorde, Melodie und Text gleichzeitig entstanden, durfte nichts von allem all zu kompliziert sein. Jener ber\u00fcchtigte erste Versuch namens &#8222;<span style=\"text-decoration: underline;\"><\/span><a href=\"http:\/\/tontraegerberlin.de\/aufnahmen-mutanten.html\">Mutantenkongress<\/a>&#8220; fand sich schlie\u00dflich auf unserer allerersten CD &#8222;Anhalter&#8220; (wobei anzumerken ist, dass nach dieser Z\u00e4hlweise &#8222;Alternativ&#8220; das allerzweite Album  ist und &#8222;Kabelsalat&#8220; schlie\u00dflich als Deb\u00fct-Album gilt).<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Der allererste Versuch? Das glaube ich Mir nicht! Oder besser: Ich <span style=\"font-style: italic;\">wei\u00df, <\/span>dass es nicht stimmt&#8230;<\/span><br \/>L\u00e4n: Na gut, es <span style=\"font-style: italic;\">gab<\/span> ein paar vereinzelte Ans\u00e4tze davor. In der siebten Klasse verfasste ich ein wirklich gemeines Schm\u00e4h-Gedicht an ein M\u00e4dchen, f\u00fcr das ich mich heute noch sch\u00e4me (f\u00fcr das Gedicht, nicht f\u00fcr das M\u00e4dchen). Es gab auch einen ersten englischsprachigen Versuch, musikalisch ein 08\/15-Rockabilly Song, der hie\u00df &#8222;She wanna rock&#8220; (man beachte die verwegene Verwendung der Umgangssprache!) und war wirklich nicht gut. Die dritte Strophe sollte niemals vollendet werden&#8230; Aber bitte, so was z\u00e4hlt doch nicht!<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Aber es geh\u00f6rt dazu, das kann Ich nicht leugnen. Viel interessanter ist aber: Wie ging es danach weiter? Ich kann doch nicht ernsthaft nach diesem&#8230; st\u00fcmperhaften Machwerk auch nur ansatzweise von Mir \u00fcberzeugt gewesen sein?<br \/><\/span>L\u00e4n: Naja, irgendwie musste es ja losgehen. Wir wollten immerhin eine B\u00e4nd gr\u00fcnden und so ganz ohne eigenes Material h\u00e4tten wir uns schon etwas armselig gef\u00fchlt. Wie es weiter ging&#8230; das erscheint mir recht umfangreich. Was genau will Ich den von mir wissen?<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Gut, etwas pr\u00e4ziser. Ich habe ja anfangs Meine Herangehensweise geschildert. Hat die sich gro\u00dfartig ver\u00e4ndert?<br \/><\/span>L\u00e4n: Ja. Das hei\u00dft, am Anfang nicht so sehr. Vor allem das blaue Sofa und die Gleichzeitigkeit von Musik- und Textentstehung habe ich recht lange beibehalten. <a href=\"http:\/\/tontraegerberlin.de\/aufnahmen-15-4.html\">15&amp;4<\/a>, <a href=\"http:\/\/tontraegerberlin.de\/aufnahmen-e0.html\">Epsilon kleiner 0<\/a> und sogar das heute noch popul\u00e4re <a href=\"http:\/\/tontraegerberlin.de\/aufnahmen-bruste.html\">Br\u00fcste<\/a> sind wenigstens teilweise so zur Welt gekommen. Allerdings habe ich mich sehr schnell von der &#8222;So, und jetzt schreibe ich ein Lied!&#8220;-Mentalit\u00e4t verabschiedet und mich nur noch zum komponieren hingesetzt, wenn ich eine handfeste Idee zum daran arbeiten hatte. Dadurch, dass ich angefangen habe dar\u00fcber nachzudenken, <span style=\"font-style: italic;\">was <\/span>ich da eigentlich mache und wie Songs funktionieren, ist nat\u00fcrlich auch die Unbefangenheit beim Schreiben ein St\u00fcck weit abhanden gekommen. Aber das ist in meinen Augen nichts Bedauerliches, sondern ein notwendiger Schritt in meiner Entwicklung. Auch wenn ich zugeben muss, dass mich eben dieses Nachdenken eine Zeit lang in arge, immer wiederkehrende Zweifel gest\u00fcrzt hat.<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Und heute habe Ich keine Zweifel mehr?<\/span><br \/>L\u00e4n: Sollte ich?<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: \u00c4h&#8230;<br \/><\/span>L\u00e4n: Naja. Schon noch \u00f6fters (besonders, wenn ich \u00fcber l\u00e4ngere Zeit keinen Song fertiggestellt habe), aber ich habe gelernt, dass man auch mal von sich selbst \u00fcberzeugt sein muss. Das hei\u00dft nicht, dass ich meiner Arbeit v\u00f6llig kritiklos gegen\u00fcberstehe, eher das Gegenteil ist der Fall. Aber genau so muss ich auch auf mein Gef\u00fchl vertrauen und, wenn sich etwas wirklich gut anf\u00fchlt, sagen k\u00f6nnen: &#8222;Hey, das ist wirklich gut!&#8220;. Das ist ein wichtiger Gedanke f\u00fcr einen K\u00fcnstler &#8211; nur so kann man hinter dem stehen, was man auf die Welt losl\u00e4sst und nur so macht es f\u00fcr mich \u00fcberhaupt Sinn, seine Musik zu verbreiten.<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Das nenne ich mal ein Statement! Aber&#8230; finde Ich es nicht etwas anma\u00dfend, als <span style=\"font-style: italic;\">Amateurmusiker <\/span>und <span style=\"font-style: italic;\">Amateursongschreiber <\/span>so etwas zu schreiben? Diese \u00dcberzeugung bei einer No-Name-B\u00e4nd? Das sind S\u00e4tze, wie man sie als Ber\u00fchmtheit in einem Interview mit namenhaften Zeitungen fallen l\u00e4sst, aber&#8230;<br \/><\/span>L\u00e4n: Moment mal. Das einzige, was hier anma\u00dfend ist, ist die Tatsache, dass mich bisher noch keine namenhafte Zeitung um ein Interview gebeten hat!<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Lennart: Also gut, also gut. Nur nicht aufregen. Unsere Interviewzeit ist ohnehin fast abgelaufen, Ich kann auch im n\u00e4chsten Teil noch mal auf dieses Thema eingehen. Will Ich noch ein Schlusswort sprechen?<br \/><\/span>L\u00e4n: Nein.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\"><\/span><br \/>Soso. Das war also der erste Teil. Recht einseitig, zugegeben, recht abrupt zu Ende und vielleicht etwas lang. Ich habe zwar angek\u00fcndigt, das Thema und \u00fcberhaupt alles noch mal aufzugreifen und weiterzuf\u00fchren (es gibt da noch sehr viel zu sagen&#8230;), aber vielleicht interessiert das ja auch keinen und es soll um etwas ganz anderes gehen? Oder gibt es vielleicht noch spezielle Fragen dazu, die hier ungekl\u00e4rt blieben? Mal ehrlich, man wei\u00df ja immer noch nicht, wie das so heutzutage beim Songschreiben abl\u00e4uft. Auch ahnt man nicht einmal, was sich auf meinem Desktop befindet, was in ca. 40 cm Entfernung vor mir auf dem Schreibtisch liegt oder bei welcher Obstsorte ich mir einen Vorschlaghammer zur fachgerechten Entsorgung derselben herbeisehne! Das Interview wird, so der Bedarf besteht, auch gerne ganz frei nach den W\u00fcnschen der Leser und Kommentarschreiber gestaltet!<\/p>\n<p>Ich freue mich selbstredend \u00fcber zahlreiche Antworten und Vorschl\u00e4ge, w\u00fcnsche einen frohen Freitag und gr\u00fc\u00dfe euch hiermit allerherzlichst,<br \/>der L\u00e4n<br \/><span style=\"font-weight: bold;\"><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oh je, was hab ich mir da wieder aufgehalst. Ich meine, die Idee ist, wie ich finde, grandios, aber das kostet ja Zeit! Und ich Idiot schreibe auch noch ein optimistisches (Teil I) dahinter. Aber was solls? 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